Über uns

©Die Fotografen024

Gruppenfoto 2012

Über 215 Jahre alt..

Als einer der Traditionsvereine in unserer Heimatgemeinde mit den geschichtlichen Wurzeln im Jahr 1797 blicken wir auf eine langjährige und stolze Chronik zurück. Unser Klangkörper besteht aktuell aus 55 aktiven Mitgliedern zwischen 14 und 67 Jahren. Begleitet werden wir von fünf jungen Marketenderinnen. Von Gästekonzerten, kirchlichen Anlässen bis hin zu Gemeinde-Veranstaltungen bestreiten wir jährlich über 100 verschiedene Aktivitäten – Proben und Ausrückungen mit der ganzen Kapelle, kleinen Musikgruppen und verschiedenen Ensembles!

Aufgaben der Musik

“Eine Gemeinde ohne Musik ist wie eine Kirche ohne Glocke”

So oder ähnlich wird immer wieder auf die Bedeutung der Musikkapellen im dörflichen Geschehen hingewiesen. Und tatsächlich spannt sich der Bogen der Aufgaben einer Musikkapelle von der Umrahmung einer kirchlichen Feier bis hin zur Gestaltung von Preisverteilungen bei Sportveranstaltungen. Dies liegt vor allem daran, dass eine Musikkapelle beweglich ist. Welcher Klangkörper sonst kann auf wenigen Quadratmetern eines Berggipfels genauso spielen wie in einem 2000 Mann fassenden Konzertsaal. Die universelle Einsatzfähigkeit macht es aus, dass bei vielen Gelegenheiten eine Glasmusikkapelle für die festliche Umrahmung sorgt. Dazu kommt noch der feierliche Rahmen, den die Musikanten in ihren Trachten abgeben.

Der Blick auf ein Jahresprogramm unserer Kapelle gibt Auskunft über die wichtigsten Aufgabenbereiche.

Kirchliche Aufgaben

Von jeher umrahmte die Musikkapelle Kirchenfeste. Noch früh im Jahr, am Palmsonntag, begleitet eine Gläsergruppe den Einzug von der “Gasslerkapelle” zur Kirche. Am ersten Sonntag nach dem 1. Mai umrahmt unser Kapelle traditionell die Floriani Messe. Den nächsten Fixtermin bildet die Johannesprozession, die erste von fünf Prozessionen in unserer Gemeinde. Es ist ein “kurzer Umgang”, ohne Evangelien. Auch der Einzug der bei der Erstkommunion wird immer von der PAMO umrahmt. Es folgen die Fronleichnams-, Herz-Jesu-, Maria Himmelfahrt- und Erntedankprozession.

Übrigens untersagte 190 Bischof Rusch den Schützen und Musikkapellen die Teilnahme an der Fronleichnamsprozession, weil diese den Bet- und Bußcharakter stören. Das Verbot hielt allerdings nicht lange.

Am Sonntag nach Allerheiligen gedenken wir den Gefallen der beiden Weltkriege. Zu Cäcilia, sie ist die Patronin der Musikanten, gestalten wir die hl. Messe.

Beim Christkindlmarkt und am Hl. Abend rückt eine kleine Gruppe aus.

Bei Begräbnissen von Kriegsteilnehmern speilt ein Quintett einen Choral und “Ich hatte einen Kameraden”.

Aber auch sonstige kirchliche Feste werden durch die Messgestaltung verschönert. Vereinsjubiläen, Gemeindeereignisse, Einweihungen und Feste erhalten ihren feierlichen Charakter erst durch die musikalische Umrahmung der Messfeier in der Kirche oder auf dem Festplatz.

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Weltliche Aufgaben

Zu den weltliche Aufgaben einer Musikkapelle zählen vor allem Mitwirkungen bei Veranstaltungen der Gemeinde (Einweihungen von öffentlichen Einrichtungen, Ehrungen, Gestaltungen von Jubiläums-  und Jungbürgerfeiern …) aber auch die Unterhaltung  für Einheimische und Urlaubsgäste in Form von  Konzerten im Anschluß an Feierlichkeiten. Daneben schätzen es die Oberperfer Vereine, wenn ihre Feste und Jubiläen von den Musikanten gestaltet und “aufgeputzt” werden, denn das klingende Spiel zieht magisch Schaulustige und Neugierige an den Ort des Geschehens. Man weiß um die “Zugkraft” der Marschmusik und die Wirkung der Trachten. Jährlich fallen etwa 10 – 15 solcher Ausrückungen an.

Konzerte gibt die Kapelle jeweils nach der Fronleichnams- und Maria Himmelfahrtsprozession im Hof des Hotels Krone.

Für die Urlaubsgäste finden während der Sommersaison Konzerte statt, fast durchwegs im Hotel Krone. Durchschnittlich sind das pro Saison zwischen neun und zwölf Konzerte, im Winter spielt die Kapelle seit einigen Jahren ein bis zwei Konzerte.

Um die Vereinskassa etwas aufzufetten, gibt es schon seit vielen Jahren das “Maiblasen”. Am ersten Sonntag im Mai zieht die Kapelle in einem Jahr durch die “Untere Gasse” (Wiesgasse, Bichl, Dickicht, Völsesgasse, Huebe, Hinterhof, Riedl) und im anderen Jahr durch die “Obere Gasse” (von Hinterburg bis Kengelscheiben), erfreut die Dorfbewohner mit ihren Märschen und bittet sie um eine Spende. Diese wird vor allem für die Jugendförderung verwendet. Gott sei Dank gibt es auf der langen und anstrengenden Tour genügend “Labestationen”

Das Aufbringen der nötigen Geldmittel für Instrumente, Trachten, Noten und Reparaturen war immer schon ein Problem und ließ verschiedenste Aktivitäten entstehen.

In der Zwischenkriegszeit, aber auch noch in den  50iger und 60iger Jahren waren Gartenfeste sehr beliebt.

Das Festprogramm vom 22. Juli 1956 schaute so aus:

Festbeginn

13.00 Uhr:

Empfang der

Musikkapelle Birgitz am Ortseingang

Festfolge

13.00 Uhr bis 16.00 Uhr:

Konzert der Musikkapelle Birgitz

16.00 Uhr bis 17 .OO Uhr:

Konzert der P.A.Musikkapelle Oberperfuss

17.00 Uhr bis 18.30 Uhr:

Konzert der Musikkapelle Birgitz

13.00 bis 23. OO Uhr

Tanz durch die Musikkapelle Amras

23.00 Uhr: Schluß

Der Eintritt betrug 3 Schilling, 1 Flasche Bier kostete S 3,50, 1/4 Wein S 6,00, 1 Saftl S 3,00, ein Paar Würstl mit Brot und Senf S 6,00

Bei einem Faschingsball am 20. Feber 1955 im Gasthaus Krone man folgendes Programm:

20.00 – 21.00 Uhr:  kleines Konzert

21.00 – 24.00 Uhr: Tanz

00.00 – 01.00 Uhr: lustiger Einakter

ab 01.00 Uhr: Tanz

Es spielt die beleibte Kapelle “Enzian”

der Eintritt kostete S 5,00.

Heute versucht die Kapelle über das “Maiblasen” und andere Veranstaltungen Geld aufzutreiben. Zudem bilden bestellte Konzerte eine kleine Zubuße zu den Finanzen.

Es wäre aber schlecht um eine Musikkapelle, wenn sie es nicht verstünde, auch selbst zu feiern.

Früher tauchten immer wieder “Wilde Banden” auf – einige Musikanten taten sich zusammen und spielten meist gegen entsprechende Versorgung, aber auch gegen Geld bei verschiedensten Feiern zum Tanz. Auch in Oberperfuss gab es immer wieder diese Art von Unterhaltungsmusik. Schließlich formierten sich in den 70er und 80er Jahren die „Egerländerpartien” auf und spielten zur Unterhaltung und zum Tanz. Bei uns gab es von 1977 bis 1987 die „Oberperfer Dorfschwalben”, geleitet von Robert Hupfauf jun.

Innerhalb der Kapelle feiern die Musikanten bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Vor allem runde Geburtstage – derzeit ab dem 60igsten – und Hochzeiten der Vereinsmitglieder werden “standesgemäß” umrahmt. Daneben bleibt den Musikanten doch noch Zeit, hie und da an einem Fußballturnier, Schießwettbewerb oder Skirennen teilzunehmen (zeitweise mit großem Erfolg) oder einfach die Kameradschaft zu pflegen. Dazu werden gelegentlich Feiern oder Ausflüge veranstaltet.